
Gorillaz - Gorillaz
Das Album Gorillaz ist wie ein riesiges Puzzle aufgebaut, bei dem jedes Element eine fremde Stimme darstellt. Von der ersten Sekunde an weigert sich das Album, sich in einer einzigen Identität zu verstecken: Es ist nicht das Werk einer starren virtuellen Gruppe, sondern das Ergebnis einer Maschine, die disparate Elemente zusammensetzt.
Re-Hash: Die elektronische Eröffnung aus Japan
Der Eröffnungstrack Re-Hash ist keine einfache Einführung; er ist eine Klanglandschaft. Er beginnt mit dem Gesang von Miho Hatori, deren sanfte und luftige Stimme sofort eine japanische Note in die Klangwelt des Albums bringt. Diese Präsenz ist nicht nur dekorativ: Sie bestimmt den Ton des gesamten Albums, indem sie eine elektronische und poporientierte Sensibilität einführt, die im Kontrast zu den raueren oder organischeren Texturen der folgenden Titel steht.
Die Vielfalt der Musikgenres
Das Album lehnt jede einfache Kategorisierung ab. Jeder Titel wird zu einem Labor, in dem ein Genre getestet, dekonstruiert und dann mit Elementen aus anderen Bereichen neu zusammengesetzt wird. So können Rock the House und Slow Country nebeneinander existieren, zwei Titel, die nichts gemeinsam haben, außer ihrer Zugehörigkeit zu diesem Klangbild.
Internationale Kollaborationen
Wenn man die Gastauftritte genauer betrachtet, stellt man fest, dass sie nicht nur dazu dienen, eine bestimmte Anzahl zu erreichen: Sie sollen den Einflussbereich der Gruppe erweitern. Del The Funky Homosapien ist auf zwei verschiedenen Titeln zu hören: Clint Eastwood und Rock the House. Ibrahim Ferrer hingegen wirkt sich auf Latin Simone (Que Pasa Contigo) aus und verleiht dem Stück eine kubanische und lateinamerikanische Note, die den geografischen Horizont des Albums weiter erweitert. Jeder Gast ist somit ein Glied in einer Kette, die Japan mit Kuba, den Vereinigten Staaten und Großbritannien verbindet, ohne dabei die lokalen Besonderheiten zu verwischen.
Vielfältige Produktion zwischen London und Jamaika
Aus diesem Grund kann Double Bass so organisch wirken, während Starshine eine kalte, synthetische Note beibehält, die ihm eigen ist.
Abschluss mit 19-2000 - Soulchild Remix
Diese doppelte geografische Basis erklärt die ständige Spannung zwischen den elektronischen Klängen britischer Herkunft und den organischen oder Reggae-Einflüssen, die viele Titel durchdringen. Mit seinen 17 Titeln und einer Gesamtlänge von etwa einer Stunde ist es die erste Studioaufnahme des Projekts, das 1998 ins Leben gerufen wurde. Es verkaufte sich in einer Auflage von über sieben Millionen Exemplaren und trug dazu bei, dass die Band im Guinness-Buch der Rekorde als erfolgreichste virtuelle Formation verzeichnet wurde. Dieser Erfolg ebnete den Weg für eine umfangreiche Diskografie: Demon Days (2005), The Fall (2010), Humanz (2017), The Now (2018), Song Machine, Season One: Strange Timez (2020), Cracker Island (2023) und The Mountain (2026). Die sechs bestätigten Gastauftritte auf den 17 Titeln sind keine bloßen dekorativen Elemente. Del The Funky Homosapien, Miho Hatori, Tina Weymouth, Ibrahim Ferrer und Sweetie Irie bilden ein Netzwerk, das Japan, Kuba, die Vereinigten Staaten und Europa miteinander verbindet. Jeder Gast bringt seine eigene Note ein: die luftige Stimme von Miho Hatori auf Re-Hash und 19-2000, der Hip-Hop-Flow von Del The Funky Homosapien auf zwei verschiedenen Titeln, der kubanische Einfluss von Ibrahim Ferrer auf Latin Simone (Que Pasa Contigo) oder der Beitrag von Sweetie Irie zur Remix-Version von Clint Eastwood. Diese Kollaborationen erweitern das Klangbild des Albums, ohne dabei die lokalen Besonderheiten zu verwischen. Das Album endet mit 19-2000 - Soulchild Remix, einem Track, der nicht dazu dient, das Thema abzuschließen, sondern es zu neuen Horizonten zu öffnen. Diese Wahl des Endes erinnert daran, dass Gorillaz ein Projekt ist, dessen Form sich ständig im Wandel befindet und niemals statisch ist.
Technische Daten
- Erscheinungsjahr: 2001 - Label: Parlophone - Anzahl der Titel: 17 (1 Stunde 04 Minuten) - Katalognummern: Re-Hash / 19-2000 - Soulchild Remix - Gastmusiker: Miho Hatori, Del The Funky Homosapien, Tina Weymouth, Ibrahim Ferrer, Sweetie Irie
🎬 Die Clips des Albums
17 clips · fortlaufende Wiedergabe
Titel
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