
Eine Frage hallt subtil nach, sobald die erste Spur beginnt: Wie kann man eine spannende Erzählung über einen Zeitraum von nur 48 Minuten aufrechterhalten, ohne jemals den Faden zu verlieren? Die Spur bildet lediglich eine einzige gerade Linie zwischen dem vorherigen VENI VIDI VICI (2024) und diesem neuen Album vom 7. Februar 2025, unter der Leitung von Plata O Plomo. Es gibt keine wesentliche stilistische Veränderung oder Unterbrechung der Stimme; im Gegenteil, dieses Werk festigt den Ruf des Künstlers, indem es eine starke thematische Kontinuität betont. Die Gesamtlänge von 48 Minuten und 1 Sekunde für sechzehn Titel erfordert ein schnelles Tempo, bei dem jeder Vers seine Bedeutung hat, und verwandelt das Hören in eine maximale Aufmerksamkeitsübung von der ersten Sekunde an.
Eine kompakte und anspruchsvolle Klangarchitektur
Anders als bei Alben, die sich über zwei Stunden erstrecken, zwingt dieser bewusst eingeschränkte Ansatz den Produzenten und den Interpreten, die Qualität der Aussage gegenüber der Quantität zu priorisieren. Die Titelliste wechselt regelmäßig zwischen Solo- und Kollaborationen, wodurch eine Architektur entsteht, in der die Pausen zwischen den Stücken genauso wichtig sind wie die Texte selbst. Es geht hier nicht darum, das Publikum in einen unaufhörlichen Strom zu tauchen, sondern darum, eine Erfahrung zu bieten, in der jedes Stück, sei es ein Solo oder eine Kollaboration, mit Sorgfalt und Präzision seinen Zweck erfüllt.
Das internationale Line-Up als Erweiterung der Stimme
Das gemeinsame Projekt steht im Mittelpunkt, und umfasst sieben Titel mit Gastauftritten, um das Spektrum der Klänge zu erweitern, ohne die Hauptidentität zu verwässern. Weiterhin verwendet Titel 5, "Hôtel Crillon", Zkr und fügt so eine andere Textur zur Gesamtkomposition hinzu. Die internationale Einflüsse werden auch durch Guy2Bezbar auf Titel 8, "Winterfell", bestätigt, der seinen eigenen, markanten Klang zum Stück beiträgt. Das Herzstück des Projekts ist Titel 10, "Jetlag", in dem Kore und Soolking gemeinsam auftreten. Diese Zusammenarbeit ist nicht nebensächlich: Sie setzt eine gemeinsame Geschichte fort, die auf "Vrais Salauds" (VENI VIDI VICI (2024)) begann, und erinnert gleichzeitig an frühere Verbindungen mit Soolking aus den Jahren 2018 und 2019. Der folgende Titel, "On s'est trompés de rêve", präsentiert Oli für einen zusätzlichen Vokal-Auftritt. Diese Auswahl zeigt eine Strategie der Erweiterung der Stimme, bei der jeder Gast als Brücke zu einem anderen Bereich dient, ohne jemals den zentralen Erzähler zu ersetzen.
Präzise technische Umsetzung für ein umfassendes Hörerlebnis
Die Klanggestaltung wurde mit besonderer Sorgfalt umgesetzt, was sich beispielsweise an der spezifischen Bearbeitung einiger Titel, wie "Jetlag", zeigt. Der Mix, der von Eric Najar für diesen Titel erstellt wurde, betont die Klarheit der Texte und die Vielfalt der Klangschichten und stellt sicher, dass jedes Element, von den subtilsten bis zu den perkussivsten, seinen Platz im Gesamten findet.
Ausblick auf ein kohärentes Projekt von Cipriani (2026)
R.I.P.R.O nimmt eine wichtige Position in einer kontinuierlichen Schallplattenreihe ein und bereitet den Weg für das nächste Studioalbum Cipriani (2026). Zwischen dem Opener „Salazar“ und dem Abschlussstück „R.I.P.R.O“ bietet das Projekt ein kohärentes Gesamtbild, in dem die Stärken der internationalen Besetzung und die narrative Dichte perfekt ausbalanciert sind. Es handelt sich nicht nur um ein Album, sondern um ein präzises Porträt von Lacrim zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere, das in einem Text verankert ist, der sich mit jedem hinzugefügten Titel verdichtet.
Technische Daten
- Veröffentlichung: 7. Februar 2025 - Label: Plata O Plomo - Lieder: 16 (48 Minuten 01 Sekunden) - Opener / Abschluss: Salazar / R.I.P.R.O - Gastmusiker: Ziak, Zkr, Guy2Bezbar, Kore, Soolking, Oli, KLM, Mister You - Vorheriges Album: VENI VIDI VICI (2024)
🎬 Die Clips des Albums
16 clips · fortlaufende Wiedergabe
Titel
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5Hôtel Crillonfeat. ZKR
- 6
- 7Winterfellfeat. Guy 2 Bezbar
- 8
- 9
- 10
- 11
- 12
- 13
- 14D4feat. Mister You
- 15
- 16
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