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Stevie Wonder - Eivets Rednow
Chronique d'album

Stevie Wonder - Eivets Rednow

Anmerkung der Redaktion6,0/ 10
Von Le Stagiaire·

Wenn man die Schallplatte öffnet, weigert sich das Originalcover bereits, den Künstler zu nennen. Nur der Pseudonym „Eivets Rednow“ ist sichtbar, ein perfektes Anagramm von „Stevie Wonder“, eine Signatur, die die menschliche Stimme sofort zugunsten einer rein kompositorischen Identität auslöscht. Dieses neunte Studioalbum, das am 20. November 1968 bei Gordy veröffentlicht wurde, enthält keine menschliche Stimme. Es präsentiert sich als ein Laborprojekt, in dem der vielseitige Musiker sich in einen rein instrumentalen Komponisten verwandelt und eine rein technische Facette seines Talents erforscht, ohne jemals der Verlockung des Gesangs zu erliegen. Das Fehlen eines Namens auf dem Cover ist kein redaktioneller Fehler, sondern eine visuelle Strategie, die den experimentellen Charakter des Projekts verstärkt. Dieser Ansatz ist Teil einer Übergangszeit, in der Stevie Wonder nach dem sofortigen Erfolg der Single „Alfie“ instrumentellere Klänge erkundet, aber auch eine Fortsetzung einer Karriere, die bereits mit früheren Alben wie Someday at Christmas (1967) oder The Jazz Soul of Little Stevie (1962) gefüllt war.

Ein rein instrumentales Album, auf dem Stevie Wonder alle Instrumente selbst spielt.

Über das visuelle Rätsel hinaus basiert der Inhalt des Albums auf einer vollständigen Soloperformance. Die Gesamtlänge der neun Titel beträgt 31 Minuten und 51 Sekunden, ein kompaktes Format, das an die Studioaufnahmen der damaligen Zeit erinnert, in denen der Künstler seine Musik selbst komponiert, produziert und ausführt.

Henry Cosby als Produzent: Eine Vision von Jazz-Fusion und Orchestermusik.

Die künstlerische Leitung liegt bei Henry Cosby, dessen Produktionsarbeit jeden Titel des Albums prägt. Diese Ästhetik unterscheidet sich deutlich von dem unmittelbaren Pop-Soul-Sound, der For Once in My Life (1968) kennzeichnete, dem Album, das unmittelbar auf diesem Instrumentalalbum folgte.

Alfie und Grazing In The Grass: die instrumentale Eröffnung und der Abschluss

Der instrumentale Zyklus beginnt mit „Alfie“, einem Titel, der das Thema des Films von 1966 aufgreift, und schließt mit „Grazing In The Grass“. Diese zyklische Struktur schafft einen kohärenten Rahmen, in dem die dazwischenliegenden Titel wie „More Than A Dream“ oder „Ruby“ lediglich eine fortlaufende Erkundung darstellen.

Kritische Bewertung: zwischen technischer Virtuosität und Gesangsverzicht

Eivets Rednow ist in erster Linie ein Erfolg reiner Handwerkskunst. Das vollständige Instrumentalalbum hebt das vielseitige Talent von Stevie Wonder hervor, wird aber nicht als Kultalbum angesehen, da es auf eine seiner grundlegenden Stärken verzichtet: die Stimme. Dieses völlige Fehlen von Gesang prägt das gesamte Werk und stellt seinen größten Schwachpunkt für ein Publikum dar, das an Wonders Auftritten in Titeln wie denen von I Was Made to Love Her (1967) oder With a Song in My Heart (1963) gewöhnt ist. Produziert von Henry Cosby, stellt dieser neunte Meilenstein in der Karriere des Künstlers ein faszinierendes, aber marginales Kapitel in seiner Diskographie dar.

Technische Daten

- Veröffentlichung: 20. November 1968 - Plattenfirma: Gordy - Titel: 9 (31 Minuten 51 Sekunden) - Auftragungsnummern: Alfie / Grazing In The Grass

🎬 Die Clips des Albums

9 clips · fortlaufende Wiedergabe

Titel

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Kritik veröffentlicht am 03/10/2026 · Kolumnen

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